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Warum du dein Ego nicht überwinden musst

„Sei nicht so egoistisch!“ Kommt dir dieser Spruch bekannt vor? In diesem Zusammenhang ist oft zu hören, dass man das Ego überwinden sollte. Gibt es da noch Alternativen?

Im Zen oder Buddhismus haben wir oft die Aussage, das wir unser Ego überwinden müssen. Dieser Prozess wird als notwendig beschrieben, um endlich ins ewige Nirwana einzugehen. Ist das für uns alle sinnvoll und notwendig?

Was bedeutet Ego?

Du kennst sicher das Wort Egoismus oder Egoist. Was stellst du dir darunter vor? Einen Egoisten bezeichnen wir in der Regel als einen Menschen, der nur an sich denkt. Er interessiert sich nicht wirklich für andere Belange. Sein eigenes Wohl steht über allem. Kennst du so einen Menschen?

Manchmal rutscht einem das Wort auch heraus, weil wir selbst denken, dass wir von irgendetwas nicht genug bekommen. Es gibt z.B. eine Aktion in einem Kaufhaus und jemand schnappt dir die letzten zwei gesenkten Kissen weg. „Was für ein Egoist!“, denkst du dir womöglich.

Egoismus bezeichnet generell eher eine negative Art. Man hört es selten in positiven Situationen. Ich habe auch schon erlebt, dass erfolgreichen Menschen purer Egoismus zugeschrieben wird, was in diesem Moment oft aus Neid resultiert.

Das Wort Ego betrachte ich als etwas von unserem Selbst. Wenn wir von den eigenen Wünschen, Süchten und Eigenarten sprechen, sagen wir, dass das unser Ego ist. Es ist also das “Ding“, was dich den Illusionen der materiellen Welt hinterherjagen lässt. Das Ego blendet dich selbst und macht dir weis, dass du dieses oder jenes brauchst oder sein willst. Es verführt dich, lässt dich manipulierbar gegenüber äußeren Einflüssen werden und falsche Identitäten annehmen.

Darum ist das Ego schlecht

Du siehst ich spreche auch eher im negativen Sinn darüber. Meine obigen Beispiele legen nahe, dass der Buddhismus mit der Ego-Überwindung vollkommen recht hat. Unser Ego ist schlecht und muss deshalb ausgeschaltet und überwunden werden. Nur selbstsüchtige Taten und schädliche Folgen hat es für dich und deine Umwelt.

Für viele ist das Ego sogar die Wurzel allen Übels. Hass, Angst und Krieg resultieren daraus. Wenn unser Ego nicht wäre, würden alle in Frieden leben. Kein Streit gäbe es mehr und wir würden alle glücklich bis ans Ende unserer Tage leben. Viele Menschen stimmen an dieser Stelle zu und setzen an das Thema einen Haken.

Schau genauer hin

Auf der Welt gibt es tatsächlich einige Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, die alles und jeden herum an sich reißen wollen. Sie sind in einer Art krankhaften Ego-Fieber und mit weiteren psychischen Störungen behaftet. Diese sind für das Gemeinschaftskonzept nicht geeignet und benötigen dringend Hilfe. Lass uns diese Extreme bitte nicht weiter berücksichtigen.

In der Regel ist das Ego nicht nur eine Schwäche, sondern überhaupt der Antrieb für unsere Bewegung. Stelle dir vor, dass du keine Wünsche oder große Gedanken hättest. Dabei spielt die Indizierung dieser erstmal keine Rolle. Deine Welt ist perfekt und ändern brauchst du auch nichts mehr. Du kannst im ewigen Glück schwelgen.

Wo bleibt da die Entwicklung oder das Wachstum? Da haben wir ein Problem: Wenn das Ego dir keinen Startschuss gibt, bekommst du keinen Drive und unternimmst einfach gar nichts.

Das ist der erste Punkt, warum das Ego meiner Meinung nach nützlich ist. Es entfacht dein inneres Feuer und deine Motivation. Das gilt auch, wenn du z.B. ein Dorf für bedürftige Kinder errichten willst. Dein Ego muss mit dieser Vorstellung in Resonanz gehen bevor die Verwirklichung stattfinden kann.

Falls du dein Ego überwinden möchtest, darfst du diesem Ruf nicht folgen. In den meisten Fällen ist er nicht der Auftrag von Gott oder dem einheitlichen Bewusstsein, sondern nur ein Teilaspekt deines Lebens.

„Ich habe so viele Ideen! Wo soll ich da jetzt anfangen? Ich habe keine Zeit für alles“, denkst du jetzt vielleicht.

Triviale Beschäftigungstherapie oder sinnvolle Aufgabe?

Du weißt, dass ich regelmäßig meditiere und viel davon halte. Meditation löst innere Verwirrungen, bringt dich näher zur Wahrheit und lässt dich fokussierter werden. Dabei wird das Ego aber nicht direkt aufgelöst oder überwunden. Sie hilft ihm eher Dinge klarer zu erkennen und zu verstehen.

Dadurch können Prioritäten gesetzt und sinnlose Aktivitäten erkannt werden. Wenn du dich öfters in Meditation übst, gelangst du immer mehr zu deinen wichtigen Aufgaben und unterlässt fragwürdige Tätigkeiten sowie Gedanken. Die ultimative Hilfe in diesem Prozess wird die sich verbessernde Intuition sein. Vertrau ihr!

Also, merke dir: Durch Meditation kannst du dein Ego bearbeiten und entwirren. Damit bekommst du eine klare Sicht und ein gutes Verständnis für die wesentlichen Angelegenheit in deinem Leben.

Bedeutsame Lektionen

Ich werfe jetzt einfach mal in den Raum, dass wir nicht nur dieses Dasein haben. Durch viele Inkarnationen entwickeln wir uns ständig weiter.

In diesen Zeiträumen gibt es Herausforderungen denen wir uns stellen müssen. Genau an diesen Punkten ist Wachstum nötig. Hier müssen wir vorankommen. Es ist nicht so, dass unser komplettes Leben vorprogrammiert wäre, allerdings haben wir uns selbst bestimmte Prüfungen vor jeder Inkarnation ausgesucht. Lange Rede kurzer Sinn:

Wenn das Ego nicht wäre, könntest du nicht zu den Entwicklungsstellen vordringen. Warum? Du würdest nicht auf Reize reagieren. Das Ego zu überwinden, heißt Stillstand und Auflösung deines Selbst. Das verhindert Fortschritt.

Nicht überwinden sondern wachsen

Genau das ist die Essenz, die ich dir vermitteln will. Das Ego gehört zu dir, du bist es! Sich von den ganzen verrückten Gedanken durch Meditation zu lösen ist klug. Definitiv! Doch du brauchst das Ego um in deiner Entwicklung voran zu schreiten.

Deswegen verurteile dich nicht sofort, wenn du mal etwas Egoismus an den Tag legst, vielleicht brauchst du ihn genau für eine heutige, weisende Herausforderung.

Egoistische Grüße wünscht dir Sascha

Photo: © R’eyes


Wie siehst du die Sache mit dem Ego? Hältst du dich eher zurück oder ziehst du ohne Verluste dein Ding durch? Erzähle es mir in den Kommentaren!

2 Responses
  • Angela
    Juli 17, 2015

    ich kann diesem Beitrag nur beipflichten. Selten ist es der Fall, daß man auf die Welt kommt und sein eigenes Ego leben kann und darf. Meist wird aus dem näheren Umfeld gesagt, was man zu tun und zu lassen hat und was richtig und falsch ist.. Da passiert es dann, daß man in einen inneren Zwiespalt gerät und nicht mehr weiß, was man tun soll. Es ist ein harter und steiniger Weg, sein eigenes Ego zu erkennen und zu leben. Das ist in meinen Beratungen fast immer Hauptthema.

  • Sandra
    August 23, 2015

    Danke für diesen hilfreichen Beitrag. Ich war so verwirrt, Ego ja oder nein. Ich bin eher jemand, der dazu neigt andere über mich zu stellen. Und war ich stolz auf mich, kam Tadel. Heute bin ich da anders. Ich bin in gesundem Maß egoistisch, höre genau auf die Stimme meines Herzens. :)

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