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Warum du loslassen UND kontrollieren musst

Bist du eher der Kontrollfreak oder lässt du die Dinge entspannt auf dich zukommen? Diese Frage hat schon so manche hitzige Diskussion ausgelöst. Also, was ist nun besser?

Auch ich habe mir diese Frage ziemlich oft gestellt und überlegt, auf welche Art ich lieber leben sollte.

Einfach vertrauen und nur den Emotionen folgen. Alles liegen lassen und in den Tag hineinleben wie es mir beliebt. Sich um nichts Sorgen machen und es einfach so nehmen wie es kommt. Die Gedanken nicht beschränken, sondern ihnen ohne Misstrauen folgen.

Schon bei diesen Sätzen blüht in mir mein Freiheitsgefühl sofort auf. Diese Vorstellung des kompletten Loslassens gefällt vielen Menschen.

Doch schauen wir etwas mehr hinter die Kulissen.

Loslassen

Sinn des Loslassens

Das Wort Loslassen wird häufig im Zusammenhang mit Vertrauen verwendet. Du sollst praktisch deine Sorgen loslassen und deiner Intuition folgen.

Es ist nicht wichtig jeden Schritt vom großen Plan zu kennen. Alles hat seine Berechtigung und kommt zur richtigen Zeit.

Hänge dich nicht an kleinen Dingen auf, schenke lieber dem Positiven deine Aufmerksamkeit. Du weißt ja: Energie folgt der Aufmerksamkeit!

Es nützt dir einfach nichts die ganze Zeit über etwas sinnlos hin und her zu grübeln, da wir oft den Ausgang der Situation oder die Reaktion der anderen Person nicht wissen.

Genau in diesen Denkansätzen liegen die Vorteile des Loslassens. Diese Punkte versuche ich regelmäßig in mein Leben zu integrieren.

Die Falle liegt in der Übertreibung

Doch du kannst das Loslassen auch übertreiben. Ich selbst bin teilweise mit dieser Ansicht über das Ziel hinausgeschossen.

Wenn du immer weiter loslässt kann es sein, dass der falsche Teil deines Egos weiter wächst und mehr Raum als gewünscht einnimmt.

Lass mich das an einem Beispiel erklären: Ich bin nach der stetigen Übung des Loslassens in eine Art ”Egal-Stimmung“ verfallen. Für mich wurde es zunehmend uninteressanter was meine Mitmenschen zu mir gesagt hatten.

Ich bin einfach meiner gedachten Intuition gefolgt. Nur leider wird diese gerade am Anfang des spirituellen Wegs mit sinnlosen Eindrücken des Egos verfälscht. Nur das weiß man zu diesem Zeitpunkt nicht.

Verstehe mich bitte richtig. Generell bin ich dafür, dass man sein Ego nicht unterdrücken sollte, doch dabei können sehr wohl gute und schlechte Seiten unterschieden werden.

Dann folgte eine Art ”Null-Bock-Phase“. Ich bin schon immer eher aufgeweckt gewesen und habe viele Dinge gemacht. Trotzdem sind zu dieser Zeit meine Aktivitäten eingebrochen, weil ich eben einfach losgelassen habe – immer weiter.

Zum Schluss sank mein Verantwortungsgefühl für meine Mitmenschen, meinen Geist und Körper.

Die meisten Vorkommnisse waren mir egal. Mein Ego war übertrieben selbstbewusst. Ich hatte einfach nur mein Ding gemacht, ohne die helfenden Zeichen anderer Leute zu beachten. Empathie? Fehlanzeige!

Ich fühlte mich faul und träge. Erfolge oder eine Entwicklung konnte ich nicht verzeichnen. Gott sei Dank bemerkte ich irgendwann den Fehltritt. Das komplette Lösen von allen Strukturen konnte es also nicht sein.

Mir ist klar geworden: Wer tatsächlich alles loslassen will und mit seiner Intuition einen sehr guten Draht hat, sollte wahrscheinlich in ein Kloster gehen.

Eine starke Verbindung mit dem großen Ganzen sorgt automatisch dafür, dass keine Faulheit entsteht. Die Motivation kommt permanent aus den Bauch heraus und sorgt für den Antrieb.

Doch wer von uns kann und will beispielsweise ein echter Mönch werden oder hat von Anfang an eine super Verbindung mit seiner Intuition?

Meditation ist immer sinnvoll. Dennoch habe ich einen Hauptgrund für meine ungünstigen Auswirkungen des Loslassens ausgemacht: Fehlende Kontrolle!

Kontrolle

Sinn der Kontrolle

Dieses Wort wird gerade in der spirituellen Welt negativ behandelt. Doch ein Kontrollverlust kann sich, wie im letzten Abschnitt gezeigt, auch negativ auswirken.

Kontrolle hilft uns Strukturen und positive Gewohnheiten zu erschaffen. Sie sorgt dafür, dass du Gedanken überdenkst und Fehlentscheidungen rückgängig machen kannst.

Ein kontrollierter Ablauf lässt dich wachsen und entwickeln, damit du gewünschte Dinge in dein Leben integrieren kannst. Wie könntest du ohne Kontrolle deine Süchte besiegen?

Organisation und Planung brauchst du in deinem Leben, damit du deinen Tag sinnvoll koordinieren kannst und dich nicht tot arbeitest.

Beispielsweise könnte ich dir ohne geplante Abläufe nicht jede Woche Artikel und Newsletter-Infos schreiben, da in meinem Leben gerade sehr viel los ist.

Kontrolle über Gedanken lässt dich besser meditieren und visualisieren. Dadurch hast du ebenfalls weniger Sorgen und Ängste.

Gerade wenn die motivierende Quelle der Intuition nicht stark ist, ist die Kontrolle umso wichtiger! Wer oder was bringt dich dazu, jeden Tag in der Früh 10 Minuten zu meditieren?

Dir schwirren tausend Ausreden durch den Kopf, doch trotzdem ziehst du es durch. Irgendwann ist sicherlich daraus eine Gewohnheit geworden und deine Verbindung zum großen Bewusstsein treibt dich an.

Wie bist du allerdings bis dahin gekommen? Nur die Kontrolle über dich hat das möglich gemacht!

Das Extrem ist ungesund

Ich muss mich outen, dass ich gerne zweimal prüfe, ob das Auto wirklich verschlossen ist. Viele Menschen haben solche übertriebenen Kontrollzwänge.

Ab diesem Zeitpunkt läuft Kontrolle in die falsche Richtung. Du brauchst nicht alles mehrfach zu überprüfen und kannst auch mal drei gerade sein lassen.

Vor allem auf Arbeit ist Perfektionismus ein schlimmer Virus, der durch Existenzängste getrieben wird. Obwohl wir immer eine Wahl haben und der eigene Geist unsere Umwelt erschafft, darf der ”Zufall” kein Raum in unserm Leben haben.

Es muss alles bis ins letzte Detail geplant sein und nichts darf dazwischenkommen. Wehe wenn sich ein Fehler einschleicht…

Solche Ausmaßen zeigen dir, dass du in die Übertreibung abgerutscht bist. Mach dich nicht verrückt und bleib locker!

Du kannst und musst nicht alles wissen. Viel interessanter ist, ob du flexibel und tatenkräftig auf veränderte Situationen reagieren kannst.

Was ist nun besser?

Du ahnst es bereits oder? Nichts ist vorteilhafter! Die Kunst liegt in der Balance zwischen Kontrolle und Loslassen. Beides hat seine Berechtigung und muss angewendet werden.

Der häufigste Fehler liegt in der Übertreibung. Hüte dich vor dem Extremen, denn dann ist der eigentliche Sinn und Zweck nicht mehr gegeben. Dann werden Kontrolle sowie das Loslassen falsch verwendet.

Du brauchst dich nicht vor einer Prüfung völlig verrückt machen und dir das Nichtbestehen plus die Folgen auszumalen. Das bringt nichts! In diesem Fall heißt es Loslassen.

Trotzdem sollte dir das Endergebnis nicht scheiß egal sein, weil du vielleicht genau diese gute Note für eine Traumweiterbildung brauchst.

Ich weiß, dass darin genau die Ironie liegt, weil sich irgendwie beides bedingt. Deswegen ist es ein Drahtseilakt, der geübt und beherrscht werden will.

Ausgewogene Grüße von Sascha

Photo: © Kalyan Chakravarthy


Was bist du für ein Typ? Kontrollierst du lieber alles zweimal oder lehnst du dich in deinem Leben entspannt zurück? Denkst du eine Ausgewogenheit macht Sinn? Erzähle mir jetzt deine Meinung in den Kommentaren!

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